{"id":41,"date":"2018-04-08T20:23:01","date_gmt":"2018-04-08T18:23:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.theater-der-schatten.de\/bamberg\/?page_id=41"},"modified":"2026-04-20T08:02:04","modified_gmt":"2026-04-20T06:02:04","slug":"wo-es-geschieht","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.theater-der-schatten.de\/bamberg\/wo-es-geschieht\/","title":{"rendered":"Wo es geschieht"},"content":{"rendered":"<p>Der Bamberger Domplatz gilt als einer der sch\u00f6nsten Pl\u00e4tze Europas und wird von drei Geb\u00e4uden dominiert: vom Dom nat\u00fcrlich, der 1237 eingeweiht wurde (nach dem zwei kleinere Fassungen dem Feuerfra\u00df zum Opfer gefallen waren), der <strong>Neuen Residenz<\/strong>, die zu Ende des 17. Jahrhunderts als prunkvoller Empfangs- und Wohnraum der F\u00fcrstbisch\u00f6fe fertig gestellt wurde und schlie\u00dflich der \u201eAlten Residenz\u201c. In ihr wurde in den Jahrhunderten zuvor Hof gehalten. Sie war St\u00fctzpunkt f\u00fcr umherziehende Herrscher, die zur Pflege ihrer Regierungsgesch\u00e4fte immer wieder die Reise durchs Reich antreten mussten, denn eine Hauptstadt gab es noch nicht. Besser bekannt ist sie deshalb unter dem Namen \u201e<strong>Alte Hofhaltung<\/strong>\u201c.<\/p>\n<p>Zu Beginn des 11. Jahrhunderts als kaiserlicher Palas, als Festsaal und Wohnraum erbaut, verbirgt sich gleich rechts, neben dem Eingangsportal und hinter dem ehemaligen Torw\u00e4rterh\u00e4uschen liegend, die Katharinenkapelle, ein kleines ehemaliges Bethaus, das &#8211; wie die gesamte Stadt \u2013 dem unbarmherzigen Lauf der Geschichte unterworfen war und viele Ver\u00e4nderungen erfuhr.<\/p>\n<p><strong>Damals<\/strong><br \/>\nwar sie die erste Kapelle des ersten Bischofs im neu gegr\u00fcndeten Bistums Babenberg und gilt deshalb als der \u00e4lteste Raum des Weltkulturerbes. In ihren urspr\u00fcnglichen Teilen stammt sie noch aus der Zeit Kaiser Heinrichs II und lag am n\u00f6rdlichen Ende seines Palas. Bereits vor fast 1000 Jahren also diente sie als Hauskapelle des Bischofs, eingeweiht von Papst Benedikt VIII im Jahre 1020.<\/p>\n<p>Nach einem verheerenden Brand im Jahre 1185 wurde sie umgebaut, die halbrunde Apsis im oberen Bereich abgebrochen und der Chorraum h\u00f6her gelegt. Eine Zwischendecke wurde eingezogen und das Geb\u00e4ude in ein oben liegendes Kirchenschiff und einem darunter liegenden Raum unterteilt. In dieser Zeit \u00fcbrigens ver\u00e4ndert sich auch die Patronatenschaft und der Name \u201eKatharinenkapelle\u201c wird erstmals erw\u00e4hnt. Sie lag jetzt sozusagen im ersten Stock. Auf diesen wurde &#8211; vermutlich im sp\u00e4ten 14. Jahrhundert \u2013 ein zweigeschossiger Wachturm mit Wohnr\u00e4umen und dar\u00fcber holzverschaltem Obergeschoss errichtet, die sogenannte Hohe Warte.<\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 50%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-41 gallery-columns-2 gallery-size-full'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"295\" height=\"443\" src=\"https:\/\/www.theater-der-schatten.de\/bamberg\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2018\/04\/wo-es-geschieht2.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/www.theater-der-schatten.de\/bamberg\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2018\/04\/wo-es-geschieht2.jpg 295w, https:\/\/www.theater-der-schatten.de\/bamberg\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2018\/04\/wo-es-geschieht2-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 295px) 100vw, 295px\" \/>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"295\" height=\"443\" src=\"https:\/\/www.theater-der-schatten.de\/bamberg\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2018\/04\/wo-es-geschieht1.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/www.theater-der-schatten.de\/bamberg\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2018\/04\/wo-es-geschieht1.jpg 295w, https:\/\/www.theater-der-schatten.de\/bamberg\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2018\/04\/wo-es-geschieht1-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 295px) 100vw, 295px\" \/>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p>Der Raum unter der Kapelle wurde zu Beginn des 15. bis m\u00f6glicherweise ins 17. Jahrhundert hinein als Gef\u00e4ngnis genutzt. Die Grundmauern der engen Zellen sind noch heute zu sehen und Gravuren im Sandstein zeugen von manch hartem Schicksal. Bedeutendere Gefangene, wie der wegen Hexerei angeklagte Kanzler Georg Haan, waren allerdings nicht in der dunklen Enge inhaftiert, sondern zwei Stockwerke dar\u00fcber im Wachturm der Hohen Warte. Der Bischof feierte seine Messe genau dazwischen.<br \/>\nDurch einen abermaligen Brand im Jahre 1487 wurden die oberen Geschosse der Hohen Warte in Mitleidenschaft gezogen und erhielten daraufhin einen Fachwerkaufbau mit Erkern und Eckt\u00fcrmchen im Dachbereich.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges blieb Bamberg bis 1631 verschont. Dann aber besetzten die Schweden die Stadt und in der Alten Hofhaltung wurden Truppen einquartiert. Unter F\u00fcrstbischof Lothar Franz von Sch\u00f6nborn war sie zu Ende des 17. Jahrhunderts wiederholt vom Abbruch bedroht, denn nach seinem Wunsch sollte sie weichen, um die Neue Residenz mit einem weiteren Fl\u00fcgelbau vollenden zu k\u00f6nnen. Allerdings ging ihm das Geld aus. F\u00fcnfzig Jahre sp\u00e4ter, im Siebenj\u00e4hrigen Krieg von 1756-63, wurde Bamberg von den Preu\u00dfen besetzt und wiederum quartierte sich Milit\u00e4r in die Hofhaltung ein und freie Ecken wurden f\u00fcr die Pferde genutzt.<\/p>\n<p>Immer st\u00e4rker auftretende Bausch\u00e4den f\u00fchrten schlie\u00dflich zu erheblicher Bauf\u00e4lligkeit. Deshalb beantragte die Hofkammer am 4. Juli 1777 den Abbruch der f\u00fcnfgeschossigen Hohen Warte, da deren \u201eEinsturz mit Erschlagung mehrerer Personen zu beforchten stehe\u201c. Im selben Jahr noch begann die Abtragung der oberen Stockwerke bis auf H\u00f6he der Katharinenkapelle, die bis heute nur mit einem Notdach gedeckt ist. Auch der gr\u00f6\u00dfte Teil des Palas und das daran anschlie\u00dfende Fachwerkgeb\u00e4ude wurden abgerissen und heute ragt das herrliche Renaissancegeb\u00e4ude des Ratsstubenbaus einsam zum Himmel &#8211; ohne den Hintergrund und die umstehenden Geb\u00e4ude, aus denen es einst erwuchs.<\/p>\n<p>Als Folge der napoleonischen Zeit \u00e4nderten sich durch die Verweltlichung die Besitz- und Herrschaftsverh\u00e4ltnisse tiefgreifend. Im November 1802 musste F\u00fcrstbischof Buseck die Regierungsgesch\u00e4fte an Kurf\u00fcrst Maximilian von Bayern abtreten, weil dieser den franz\u00f6sischen Kaiser mit 30.000 Mann Fu\u00dfvolk unterst\u00fctzt hatte. Der bayerische Staat erhielt die Neue Residenz, die Alte Hofhaltung und damit auch die Katharinenkapelle \u00fcberantwortet.<\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-2 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 50%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-2' class='gallery galleryid-41 gallery-columns-2 gallery-size-full'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"295\" height=\"443\" src=\"https:\/\/www.theater-der-schatten.de\/bamberg\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2018\/04\/wo-es-geschieht3.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/www.theater-der-schatten.de\/bamberg\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2018\/04\/wo-es-geschieht3.jpg 295w, https:\/\/www.theater-der-schatten.de\/bamberg\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2018\/04\/wo-es-geschieht3-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 295px) 100vw, 295px\" \/>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"295\" height=\"443\" src=\"https:\/\/www.theater-der-schatten.de\/bamberg\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2018\/04\/wo-es-geschieht4.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/www.theater-der-schatten.de\/bamberg\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2018\/04\/wo-es-geschieht4.jpg 295w, https:\/\/www.theater-der-schatten.de\/bamberg\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2018\/04\/wo-es-geschieht4-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 295px) 100vw, 295px\" \/>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p><strong>Heute<\/strong><br \/>\nsteht die Kapelle unter der achtsamen F\u00fcrsorge der Bayerischen Verwaltung der Schl\u00f6sser, G\u00e4rten und Seen, die sich mit gebotener Sorgfalt um Pflege und Erhalt der historischen Denkm\u00e4ler bem\u00fcht. Seit mehr als zweihundert Jahren nun ist sie ein s\u00e4kularer Raum und keine Messe mehr wird in ihr gefeiert.<\/p>\n<p>Nach langer Verschlossenheit wurde sie im Mai 1998 nach einer gelungenen Renovierung wieder f\u00fcr F\u00fchrungen zug\u00e4nglich. Immer noch atmet sie den Hauch gro\u00dfer Geschichte. Sie ist ein Kleinod von schlichter Eleganz, wie geschaffen jetzt f\u00fcr eine neue Nutzung und einen neuen Anfang. Denn obwohl die Gebete in ihr schon lange verstummt sind, ist sie als Zeugin geblieben und Teil der Chronik eines gesamten Jahrtausends.<\/p>\n<p>Und hier schlie\u00dft sich der Kreis: dieses bewegende Protokoll n\u00e4mlich wird seit nunmehr beinahe zwanzig Jahren &#8211; als zeitgen\u00f6ssisches Schattentheater inszeniert &#8211; in den Sommermonaten genau dort erz\u00e4hlt, wo es einst auch begann: in der kleinen Kapelle. Viele interessierte Zuschauer str\u00f6men wieder hinein und sch\u00e4tzen die Anmut und stumme Beredtheit des Ortes. Ihre Blicke wandern umher und &#8211; wie vielleicht auch damals schon &#8211; weben sich ehrf\u00fcrchtige Augenblicke in die Gegenwart mit ein.<\/p>\n\n\n<p>Planen und buchen Sie Ihre Reise auf <a href=\"https:\/\/www.kayak.de\/stays\">KAYAK<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bamberger Domplatz gilt als einer der sch\u00f6nsten Pl\u00e4tze Europas und wird von drei Geb\u00e4uden dominiert: vom Dom nat\u00fcrlich, der 1237 eingeweiht wurde (nach dem zwei kleinere Fassungen dem Feuerfra\u00df zum Opfer gefallen waren), der Neuen Residenz, die zu Ende des 17. 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